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Hans
Christian Andersen
Findige
Geschichtsforscher gesucht!
Der dänische
Märchenerzähler Hans Christian Andersen, der im
19. Jahrhundert lebte, hat ein kurzes Erzählfragment
mit dem Titel "Die Kirche von Rörvig" hinterlassen.
Es geht um eine unheimliche Begegebenheit, für die jede
vernünftige Erklärung fehlt. Wir hoffen, daß
sich phantasievolle Menschen finden, die uns entweder die
Vorgeschichte dieser Begebenheit erzählen oder schildern
möchten, wie es anschließend wohl weiter gegangen
ist!
Hier ist
erst mal Andersens Version:
Die
Kirche von Rörvig
"Aus
Nord-Seeland wird eine dunkle merkwürdige Sage erzählt.
Die Kirche von Rörvig liegt zu den Sandhöhen am
sturmdurchbrausten Kattegat hinaus. Eines Abends ging dort
draußen ein großes Schiff vor Anker, man hielt
es für ein russisches Kriegsschiff. Spät in der
Nacht wurde an die Pforte des Pfarrhauses geklopft, und mehrere
bewaffnete, vermummte Personen befahlen dem Pfarrer, seinen
Ornat anzulegen und mit ihnen zur Kirche hinauszukommen. Sie
versprachen ihm gute Bezahlung, gebrauchten aber Drohungen,
wenn er sich wehrte. Er ging mit. Die Kiche war erleuchtet,
unbekannte Leute waren darin versammelt. Vor dem Altar warteten
Bräutigam und Braut in prächtigen Kleidern, als
wären sie vornehmen Standes, aber die Braut war bleich
wie eine Tote.
Als
die Trauung vorbei war, fiel ein Schuß, und die Braut
lag getötet vor dem Altar. Sie nahmen die Leiche und
zogen alle mit ihr davon. Am nächsten Morgen hatte
das Schiff die Anker gelichtet. Niemand hat, bis in unsere
Tage, eine Erklärung für dieses Ereignis gefunden;
der Pfarrer, der es erlebte, schrieb das Erlebte in seine
Bibel ein, die von Generation zu Generation in seinem Geschlecht
vererbt worden ist, die alte Kirche liegt noch immer zwischen
den Dünen am rollenden Kattegat, und die Sage lebt in
Schrift und Gedächtnis."
Soweit
Andersens Erzählfragment, das eine Menge interessanter
Anregungen zur Atmosphäre (z.B. "sturmdurchbrauste
Nacht"), zum Figuren-Ensemble ("Pfarrer", "Brautpaar",
"vermummte Personen") und zu den Leitmotiven Eurer
Geschichte enthält. Eine Möglichkeit wäre,
die Vorgeschichte des unheimlichen Ereignisses so zu anzulegen,
daß sie in Andersens Erzählfragment mündet,
eine andere Möglichkeit könnte darin bestehen, einen
findigen Geschichtsforscher einzuführen, der nach langer
Zeit versucht, der Sache auf den Grund zu gehen also
gewissermaßen Eure eigene Rolle in dieser merkwürdigen
Geschichte spielt. Und dann gibt es natürlich noch die
Möglichkeit... aber das ist ja Eure Idee!
Wer Lust
hat, seine Geschichte ans LiteraturBüro zu schicken,
kann einfach auf unsere eMail-Adresse klicken oder die gute,
alte Snail-Mail benutzen (wenn möglich bitte mit Diskette).
Unter den Einsendern verlosen wir Andersens Schräge
Märchen, das Eichborn-Buch, dem wir "Die
Kirche von Rörvig" entnommen haben.
Die
folgenden Geschichten gibt es schon:
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