| Lena
Schulz: Freitag bis Sonntag
"Spinnst du, wie kannst du deiner Oma
das Gebiss wegnehmen?" schrie meine Mutter. "Frauen",
dachte ich. Mum sagt immer, ich soll mehr für die Schule
tun, und jetzt regt sie sich auf, wenn ich mir mal das komische
Gebiss ausleihe. Diesen jahrhundertealten Zahnbelag kann man
doch glatt mit der Erdkruste vergleichen. Das wäre eine
wissenschaftliche Entdeckung für den Biounterricht! Ich
hörte meine Mutter die Treppe hochstampfen. So schnell
es ging versteckte ich das Gebiss im Blumentopf. "Daniel
Lehmann", fing sie an, "du wirst augenblicklich
die Kauflächen deiner Oma rausrücken, sonst hast
du für den Rest deines Lebens Hausarrest," brüllte
sie, ohne einmal Luft zu holen. "Aber…", "Kein
ABER" motzte sie. Ich ergab mich und zog das Gebiss aus
der Blumenerde. Meine Mama bekam fast einen Herzstillstand
als sie die verdreckten Beißer von Omilein sah. "So
mein Lieber, du wirst zur Strafe rasenmähen, bis dir
die Hände bluten," kreischte sie und schlug die
Tür zu. Als die Dampflok abgezischt war, guckte ich zufällig
auf das Klassenfoto, was an der Wand hing. "Marcel, Marcel",
meine letzte Hoffnung. Marcel ist mein bester Kumpel. Ich
schickte ihm schnell eine E-Mail und berichtete ihm von meinem
Zahnunfall. Er schrieb sofort zurück und hatte eine wunderbare
Idee. Genau zweieinhalb Minuten später klingelte das
Telefon. Ich öffnete meine Zimmertür einen Spalt
breit: "Lehmann-Berger", hörte ich meine Mutter
sagen als sie ans Telefon ging. "Hallo, hier spricht
Marcel. Ist Daniel auch zu Hause?", fragte Marcel. "Ja
er ist da. Leider hat er Hausarrest und auch Telefonverbot",
meinte Mama streng. "Aber was soll den nun aus dem Referat
werden, das Daniel und ich zusammen schreiben müssen?"
stotterte Marcel mit Absicht. "Ja, wenn das so ist…Das
habe ich natürlich nicht gewusst," ergänzte
sie scheinheilig. Schließlich gab meine Mutter mir widerwillig
den Hörer. "Voll Krass, Alter", flüsterte
ich, als Mama grade die Treppen hinunter ging. Nach ein wenig
'Smalltalk' verabredete ich mich mit Marcel auf dem alten
Stadtbahnhof, der wegen Altersschwäche vor etwa zehn
Jahren stillgelegt worden war. Das Betreten war verboten!!
Marcel kletterte über den Zaun. "Tach", rief
er mir von weitem zu. Nach kurzer Begrüßung stapften
wir durch das hohe Gras und spielten Fangen über alle
Schienen. Plötzlich blieb Marcel stehen und hatte ein
Leuchten in den Augen. Jetzt sah ich es auch: Weiter hinten
auf den Gleisen stand eine alte Dampflok. Schnell drehte sich
Marcel um, lachte mich an und sagte: "Da ist 'Klippo'".
Wir beide mussten lachen und liefen zu einem der Wagons. Ich
half Marcel ein wenig und blitzschnell standen wir zwei auf
dem Dach des alten Güterzuges. Plötzlich hörte
ich ein komisches Geräusch zwischen den Büschen.
Da stand auf einmal ein Schäferhund vor unserem Wagon.
Marcel und ich sprangen vom Dach und streichelten den Hund.
Ich bekam einen großen Schreck als ich eine fremde Hand
auf meiner Schulter spürte. Ich drehte mich erschrocken
um und sah…. Da stand ein echter Großstadtbulle
hinter uns und hielt mir seinen Ausweis unter die Nase: "
Aufsichtsamt. Und wo kommt ihr her?" fragte er. "Na
ja, wir wollten eigentlich nur eine Abkürzung nehmen",
stotterte Marcel. "Ach, komm Junge, dass glaubt dir doch
sowieso keiner," sagte ein zweiter. Die beiden schoben
uns unsanft in den Streifenwagen und fuhren erst Marcel, danach
mich nach Hause. Einer der ‚Grün-Weißen’
brachte mich zur Haustür. Das Herz schlug mir bis zur
letzten Spitze meiner Segelohren. Meine Mutter öffnete
die Tür: "Guten Tag", sagte der Bulle. "Tag,
was ist den passiert?", fragte meine Mutter erstaunt.
"Ihr Sohn ist mit einem Freund auf dem alten Stadtbahnhof
gewesen. Dort ist das Betreten verboten," meinte der
Polizist. "Tschuldigung", sagte meine Ma und zog
mich ins Haus. Sie knallte die Tür zu und ging mit mir
in die Küche. "Das sieht ja gewaltig nach Ärger
aus!" dachte ich mir. Und meine Vermutung bestätigte
sich schnell: "Sag mal, hast du den Verstand verloren?"
keifte meine Mutter. "Mir erzählst du, du müsstest
ein Referat schreiben, aber treibst dich einfach so auf einem
Bahnhof herum.", schrie Mama. Ich ging in mein Zimmer
und legte mich auf’s Bett. Knappe zehn Minuten später
hörte ich das Auto meines Vaters in die Auffahrt einbiegen.
"Scheiße", dachte ich mir. Ja, dass war wirklich
'Scheiße', denn meine liebe Frau Mutter hatte nichts
besseres zu tun, als meinem Vater zu erzählen, was heute
alles so passiert war. Etwa eine Zehntel-Sekunde später
standen mein Vater, meine Mutter und mein Bruder inklusive
meiner kleinen Schwester vor der Tür. "So mein Sohn,"
begann mein Vater: "Wie ich gehört habe, hast du
wieder nicht auf deine Mutter gehört und die Polizei
war auch schon hier," meinte mein Vater ernst. "Wenn
du so etwas machst, wirst du sicherlich genug Erfahrung haben
um übers Wochenende auf deine Geschwister aufzupassen",
sagte mein Papa etwas lauter. Ich saß mit offenem Mund
da und konnte diese Ungerechtigkeit nicht begreifen. "Bitte
nicht Marleen und Benni. Ich tu alles aber nehmt mir nicht
mein Wochenende," flehte ich verzweifelt, in der Hoffnung
noch eine Chance zu bekommen. Mama bekam einen knallroten
Kopf, und als sie grade los schreien wollte…
Hielt Papa ihr den Mund zu: "Beherrsch dich Edeltraut",
schleimte er. "Du wirst bis zum Wochenende auf deinem
Zimmer bleiben!!!" brüllte Mama und schlug zum dritten
Mal an diesem Tag meine Zimmertür zu. Danach waren alle
wieder verschwunden. Aus lauter Verzweiflung und Langeweile
machte ich ausnahmsweise mal meine Hausaufgaben. Die drei
Tage vergingen sehr langsam. Ich fühlte mich wie ein
Sklave aus dem Mittelalter. Mein Zimmer durfte ich nur zum
Pinkeln und Mittagessen verlassen. Fernsehverbot, Telefonverbot
und raus durfte ich erst recht nicht. Meine Mutter war die
Königin unter den Sklaventreibern, denn nicht einmal
die Chips durfte ich essen. Jeder Luxus oder jegliche Form
von Genussmitteln hatte sie mir für die drei Tage strikt
verboten. Ich durfte kurz gesagt: gar nichts! Endlich war
es Wochenende. Um halb zwölf Mittags stand ich auf, Den
Tag verbrachte ich mit Gartenarbeit, die mit zu meinem Sklavenjob
gehörte. Gegen 17 Uhr ging ich wieder ins Haus und wusch
meine Hände. Irgendwann am Abend rief mich Papa nach
unten. Er: mit dunkelblauem Anzug und rotem Binder. Paps stellte
den CD –Spieler an und Mama stolzierte die Treppe herunter.
Sie war geschminkt bis unter die Arschbacken, trug Schuhe
die fast so hoch waren wie der Eifelturm, und ihr Kleid saß
so eng wie eine zweite Haut. Papa fielen fast die Augen heraus
und er pfiff Mama einmal anerkennend hinterher. Das beweist
doch, dass Männer über vierzig einen schlechten
Geschmack haben. Mein Elternpaar war über das Wochenende
zu einer Gala in Österreich eingeladen und tat deshalb,
als wären wir "Multis". Toll, und ich durfte
mich mit diesen kleinen Minimonstern herumärgern. "So,
Daniel hier hast du alle Adressen, die du für den Ernstfall
brauchst. Pass mir gut auf meine "Babys" auf,"
sagte Mama und tat so, als ob ihr alles furchtbar leid tun
würde. "Tschüß," grinste ich etwas
hinterhältig. "Puh," ich lehnte mich gegen
die Tür und hatte schon den ersten der kleinen Bälger
am Bein hängen. Ich nahm die beiden und warf einen Blick
in die Fernsehzeitung. Ich überlegte: "Tatort?:
Nein; Geld oder Liebe?: Nein; Micky und Co?: ganz sicher nicht;
"Der Kranichmann": Kotz; "Gespensterhaus":
Steht zur Auswahl; "Bundesliga": na ja ; "My
Girl": Schon zu oft gesehen…" So entschloss
ich mich heute Abend das 'Gespensterhaus' zu gucken und stellte
die Glotze an. Doch als im Film die ersten Köpfe rollten,
fingen Benni und Marleen an zu heulen. "Wir wollen Doofy
gucken", jammerten die beiden. "Ich will das aber
nicht gucken. Und außerdem heißt es Goofy",
meckerte ich etwas streng. Plötzlich begannen die zwei
zu protestieren: "Wir wollen Doofy, wir wollen Doofy".
Fast eine Woche, durfte ich kein fernsehn gucken und dann
kommen einfach kleine Geschwister an, die einen dämlichen
Hund sehen wollen, der jede halbe Minute gegen die Wand läuft
oder einen Wasserfall hinunter stürzt. Als es mir zu
viel wurde schrie ich: "NEIN". "Goofy, Goofy",
riefen Marleen und Benni im Chor. Nach einer Zeit hatte ich
nur noch diese blöde Zeichentrickfigur im Kopf. "
Wenn ihr noch einmal diesen Namen erwähnt, geht ihr ins
Bett", drohte ich wütend. Zwei Minuten war es Still.
Zu schön um wahr zu sein. Plötzlich fingen sie wieder
an: "Goof, Goofy"……
Ich packte die Kröten ohne lange zu überlegen und
brachte sie ins Bett. "So, hier bleibt ihr jetzt,"
brüllte ich und schlug die Tür zu. Ich fühlte
mich schon wie ein echter Familienvater, der grade seinen
Kindern beigebracht hatte, wie man sich benimmt. Stolz rutschte
ich das Treppengeländer herunter. Ich blickte zum Fernseher
und sah, dass grade die Werbung lief. Diese Gelegenheit nutzte
ich gleich um mir etwas zu knabbern zu holen. Ich latschte
etwas lustlos in die Küche und bediente mich danach reichlich
am Kühlschrank. Ich nahm mir die Chips, die ich eine
ganze Woche nicht angerührt hatte und natürlich
auch eine Flasche Cola, und nicht zu vergessen das Popcorn,
Lakritz, die Gummibärchen, Reiscracker, Würstchen
und natürlich Schokolade. Schließlich ging ich
zurück zum Fernseher um den Film weiter zu schauen. Aber
was war das? Da saßen, doch tatsächlich meine zwei
kleinen Geschwister vor dem Flimmerkasten und sahen sich lachend
die Abenteuer von Micky und Co. an. Vor lauter Schreck ließ
ich das Popcorn auf den Boden segeln. "Was macht ihr
den schon wieder hier?" fragte ich erschrocken. "Doofy",
lachte Benni und deutete auf den Fernseher. So langsam aber
sicher wurde ich wütend: "Benjamin", begann
ich, "es gibt keine sprechenden Hunde, und auch keine
die es überleben wenn sie von einem Hai gefressen werden!"
Aber Benni und Marleen schien das gar nicht zu interessieren,
denn sie saßen höchstvergnügt auf dem Sofa
und lachten herzhaft, wenn mal wieder ein Eichhörnchen
in den Mixer fiel.
Schließlich sah ich dann auch ein, dass man Prioritäten
im Leben setzen muss und schlug den beiden etwas vor: "Ihr
dürft jetzt Goofy sehen, aber sobald es vorbei ist, wandert
ihr schnell ins Bett, verstanden?". Die beiden freuten
sich sehr, nur ich saß etwa zehn Minuten neben ihnen
und schaute mir den Schwachsinn an. Umso mehr freute ich mich,
als das Grauen endlich ein Ende hatte und die zwei ganz friedlich
ins Bett stiegen. Das letzte was ich von ihnen hörte
war ein "Dute Nacht, Daniel". Jetzt waren zwar meine
Geschwister weg, aber die mörderische Gruselshow war
leider schon vorbei. Es gab nur noch so "tolle"
Sendungen wie: Veronas Welt, oder Die Camper. Da ich mir das
nicht mehr antun wollte ging ich auch schon eine halbe Stunde
später ins Bett. Müde schleppte ich mich die Treppen
hinauf, öffnete meine Zimmertür und warf mich ins
Bett. "Hilfe!", schrie ich als sich unter mir etwas
bewegte. Ich sprang schnell auf und rannte zum Lichtschalter.
Unter der Bettdecke krochen Marleen und Benni hervor: "Wir
konnten nicht einschlafen." Sagte Marleen. Doch ich war
viel zu müde zum schimpfen und legte mich zu ihnen ins
Bett.
Als ich am nächsten Morgen aufwachte,
hatte ich Bennis Finger in der Nase stecken, und Marleen lag
auf dem Boden. Ich erschrak: "Was, schon acht Uhr?"
Ein Blick auf den Wecker war ausreichend um festzustellen,
dass wir schleunigst aufstehen mussten. Ich weckte meine Geschwister,
weil die nämlich in den Wochenendkindergarten gebracht
werden mussten. Schnell zog ich den beiden Kleinen ihre Klamotten
an und schleifte sie die Treppen herunter, zum Frühstückstisch.
Ich machte jedem ein Marmeladenbrot und sah danach zu, dass
ich aus dem Haus kam. Mit Benni an der rechten Hand und Marleen
an der linken, sauste ich über die Straße. Wir
kamen grade noch rechtzeitig zum Bus, der schon mit geschlossenen
Türen abfahrbereit da stand. Zum Glück nahm uns
der Busfahrer noch mit, sonst hätten wir die ganzen 300
Meter gehen müssen!! An der Lindenstraße hielt
der Bus, wir stiegen aus und gingen zum Kindergarten. Ich
gab meine Geschwister bei einer Kindergärtnerin ab und
flitzte schnell wieder zur Haltestelle um den nächsten
Bus zu kriegen. "Zum Glück", dachte ich, als
ich im Bus saß und mir einfiel, dass Marleen und Benni
am Nachmittag nach Hause gebracht werden mussten. "Endlich
zu Hause", stöhnte ich, erleichtert. Als erstes
schob ich mir zwei Toastbrote in den Toaster, belegte sie
danach mit Käse und strich Nutella darüber. Das
esse ich meistens, wenn ich mal wieder voll im Stress bin.
Den Rest des Tages verbrachte ich ausschließlich mit
Aufräumen. Um 15.50 Uhr, war ich endlich fertig. Mir
blieben noch genau zehn Minuten, bis meine nervigen Geschwister
wieder da sein würden. Die letzten Minuten, wollte ich
noch mit Fernsehn verbringen. Doch bevor ich den Fernseh-Kasten
überhaupt anschalten konnte, klingelte es an der Tür.
"Duten Tach", lachten meine Geschwister und spazierten
mit dreck-verschmierten Schuhen ins Haus. Ich bekam fast einen
Anfall. "Was glaubt ihr eigentlich, warum ich den ganzen
Tag sauber gemacht habe?" brüllte ich so laut, dass
sich die Balken bogen. Marleen und Benni waren beleidigt und
verzogen sich in ihre Zimmer. Mir sollte das nur recht sein!
Schließlich war mir der Fußboden auch egal und
ich setzte mich vor die Glotze, was ich mir auch sehr verdient
hatte, meiner Meinung nach. Im Fernseher lief grade eine Comedy-Serie.
Während ich mir die lustigen Sketche ansah, bekam ich
einen Lachanfall, und gröhlte durchs ganze Haus. Doch
das Lachen verging mir schnell wieder: denn plötzlich
sah ich Marleen und Benni die Treppen herunter stolzieren.
Meine Schwester hatte ein Kleid von Mama an und Lippenstift
im ganzen Gesicht verteilt. Benni trug eine Krawatte und hatte
einen Strauß Blumen in der Hand. "Wir wollen heiraten!"
rief Marleen fröhlich. Doch ich war von der Idee nicht
begeistert! Wieder musste ich mich von meinem Fernseher trennen.
Ich packte die Eheleute am Arm und zerrte sie die Treppen
hinauf. Dort erwartete mich schon der nächste Schock:
Das ganze obere Geschoss war voller Klamotten, die auf dem
Boden verteilt lagen. Als erstes musste Marleen dran glauben:
ich versorgte sie mit Abschminkcreme. Danach ging es zu Benni,
dem ich erst einmal die Krawatte vom Hals zog. Etwa eine Stunde
später, hatte ich die beiden fertig gewaschen und ihnen
ihre Schlafanzüge angezogen. Jeden brachte ich in sein
Zimmer und drehte den Schlüssel der Tür um. Danach
machte ich mich wieder ans aufräumen, als ob ich nichts
besseres zu tun hätte! Wieder eine Stunde später
hatte ich alle Kleider, Röcke, Krawatten und Hosen wieder
in Mama und Papas Schrank geräumt. Die zwei Müllmacher
trommelten ununterbrochen an ihre Zimmertüren. Als ich
auch endlich damit fertig war, ging ich in die Küche
um Abendbrot zu machen. Für meine Geschwister gab es
Brot und Gemüse, für mich eine Pizza. Ich machte
für Benni und Marlee je einen Teller fertig und stellte
ihnen den in ihre Zimmer. Danach wartete ich einen Augenblick,
und hörte sie rufen: "Das mögen wir nicht!"
Mir ging ein müdes Lächeln über die Lippen,
denn ich fand, dass Marleen und Benni diese Gemüse-Strafe
verdient hatten. In der Zwischenzeit war auch meine Pizza
schon fertig. Mit meinem Abendessen setzte ich mich vor den
Fernseher und genoss jedes Stück der goldbraunen Amerikan-Pizza.
Immer wieder hörte ich Marleen kreischend gegen die Tür
hämmern. Aber statt mir ihr nervendes Gejaule anzuhören,
stellte ich lieber den Fernseher etwas lauter… Am Abend
gab es tolle Filme. Trotzdem ging ich schon um 22.00 Uhr ins
Bett, weil ich von dem vielen Geputze total müde geworden
war. Bevor ich mich aber hinlegte, schaute ich noch einmal
nach meinen Geschwistern. Die beiden schnarchten tief und
fest, fast wie kleine Engel, was sie natürlich in Wirklichkeit
gar nicht sind.
Am Sonntagmorgen wachte ich um halb zehn auf,
als Marleen und Benni schon hellwach waren. Nachdem ich mich
umgezogen hatte, ließ ich die zwei aus ihren Zimmern
und anschließend frühstückten wir einigermaßen
harmonisch. Und wieder musste ich alles aufräumen. Aber
zum Glück schaffte ich es, dass meine Geschwister keine
Unordnung mehr machten, bis Mama und Papa wiederkamen. Pünktlich
um 12.00 klingelte es und meine Eltern standen in der Tür.
Als erstes fragten sie natürlich wie es gelaufen sei.
Doch bevor meine Geschwister antworten konnten, sagte ich
schnell: "Ganz gut". Das war die Erlösung für
mich. Beim Mittagessen erzählten Mum und Paps uns alles
über Österreich. Mama sagte, dass sie in Österreich
sehr interessante Leute kennen gelernt hätten, zu denen
sie nächste Woche fahren wollen. Mama sah mich sehr komisch
an, und schließlich fragte sie: "Könntest
du nicht…" Doch bevor sie den Satz beenden konnte,
winkte ich ab und lief so schnell es ging zu Marcel. Denn
ich war heilfroh, noch keine Kinder zu haben!
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