Bericht zum U20 Poetry-Workshop in Oppenheim
mit Ken Yamamoto

Poetry Slam Workshop für Schüler in Oppenheim
21.-24. Mai 2009 / Gymnasium zu St. Katharinen Oppenheim

Altersgruppe: 9. und 10. Klasse
Voraussetzung: Keine
Teilnehmer: Helen Grohme, Alexandra Ruppert, Laura Hebling, Johannes Braun, Luisa Nöldner, Ramona Johannes, Karen Kelat, Sophie Zeuner, Marcel Zuschlag, Lea Schaumberger

U20 Poetry-Workshop in Oppenheim

Man muss kein großer Literat sein, um etwas zu sagen zu haben. Man muss auch kein großer Literat sein, um einen Text zu schreiben. Wir alle sind von unserem Leben in dieser Welt bewegt, berührt und mitgerissen. Mal ist es lustig, mal traurig, immer stehen wir mittendrin. Somit sind es auch Themen des Alltags, welche die meisten Texte bei Poetry Slams bestimmen.

U20 Poetry-Workshop in Oppenheim

Am Abend vor dem Workshop besuchte die Gruppe den Mainzer Poetry Slam. Die Workshopgruppe konnte so live miterleben, was in der deutschen Untergrundliteratur los ist. Ein Abend im mit 450 Poetry-Fans ausverkauften KUZ, ein abwechslungsreiches Programm, ein Ehrengast aus den USA, der Bühnenpoesie auf höchstem Niveau präsentierte, alles Eindrücke, die später dabei helfen sollten, sich an eine eigene Textidee zu wagen.

Der Workshop begann mit dem gegenseitigen Kennenlernen. Im lockeren Gespräch wurde eine entspannte und vertraute Atmosphäre aufgebaut, “…wodurch man igendwie besser arbeiten konnte” (Johannes), zweifellos die Basis für die darauf folgene Kreativarbeit. Zu Beginn wurden die Eindrücke des Poetry Slams am vorigen Abend diskutiert. Wie gefiel den Workshopteilnehmern der Abend? Wie war die Atmosphäre? Welches Publikum besucht Poetry Slams? Welche Themen wurden behandelt? Welche Textgattungen wurden zum Vortrag gebracht? Wie hängen Text und Performance zusammen? Lassen sich Texte überhaupt mit Punkten bewerten? Was ist das besondere an einem Poetry Slam?

“Das Besondere an Poetry Slam – man kann vortragen was man will und es belebt Dichtungen wieder.” (Helen)

“…dass man alles schreiben / vortragen darf. Man hat keine Themenvorgaben. Und dass jeder mitmachen darf. Man weiß vorher nicht, wer drankommt und was vorgetragen wird.”(Sophie)

“…dass sich wieder mehr jüngere Leute für Literatur interessieren.” (Johannes)

In einem Wechselspiel von Gruppenbesprechung, Einzelgespräch und Einzelarbeit, wobei immer die Freiheit der kreativen Arbeit im Vordergrund stand, erarbeiteten die Teilnehmer in nur zwei Tagen ihren eigenen “Slamtext”. Einzige Grundregel war dabei, dass es keinerlei Grundregeln geben sollte. Poetry Slams sind weder an eine bestimmte Gattung, noch an eine bestimmte Form gebunden. Die Workshopteilnehmer konnten völlig frei an eine Textidee herantreten, ganz gleich ob prosaisch oder poetisch, ob sozialkritisch oder persönlich, ob ernst oder unterhaltsam. Es ging nicht um Leistung und Zeitdruck, sondern um die pure Freude an der Arbeit mit Texten. Von der ersten Textidee, über die Mikrofonarbeit, bis hin zur endgültigen Textfassung konnten die Teilnehmer so einen ersten Einblick in alle Fragen bekommen, mit denen jeder konfrontiert wird, der selbst an einem Poetry Slam teilnehmen möchte.

Das große Finale des Slam Poetry Workshops bildete ein richtiger Auftritt im Rahmen der Jugendfestspiele Oppenheim. Gegen Abend traf sich die Gruppe zu einer Generalprobe, bevor sie sich voller Aufregung auf den Weg zu ihrem Auftritt in der Burgruine Landskron machte.
Unter Beifall präsentierten schließlich ausnahmslos alle Workshopteilnehmer, teilweise zum ersten Mal auf einer Bühne, vor einem großen Publikum ihre eigenen Texte!!!

“Es war auf jeden Fall einfach Klasse seinen Text präsentieren zu können und dafür dann auch etwas ‘Bewunderung’ zu bekomen.” (Marcel)

“Gestern stand ich das erste mal vor einer so großen Gruppe und habe meinen eigenen Text vorgetragen, dadurch hab ich mehr Sicherheit beim Vortragen von Texten bekommen.” (Johannes)

“Der Auftritt und das Ergebnis präsentieren ist zwar (bei mir) mit riesiger Aufregung verbunden, aber das Gefühl es geschafft zu haben macht das locker wieder gut.” (Lea)

“Es war auf jeden Fall toll dabei zu sein; ohne Auftritt wärs...nicht fertig gewesen.” (Helen)

“Ich fand es gut, weil ich die Zweifel an meinen Texten überwunden hab und dann aufgetreten bin. Der Workshop hat gezeigt, dass ich in der Lage bin, gute Texte zu schreiben und dass ich es schaffen kann.” (Sophie)

“Man hat schließlich auch gesehen , dass durch die gelöste Atmosphäre sogar die Letzten, die am Anfang unter keinen Umständen auftreten wollten , sich doch dazu durchgerungen haben und ihre Texte vorgestellt haben! Das war auch für mich, obwohl ich keine so riesigen Probleme habe, vor Publikum zu sprechen, verdammt erstaunlich!” (Luisa)

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