Ergebnisse der Little Artur Schreibwerkstätten 2009

Eine Dokumentation der Werkstätten von 1998 bis 2008 finden sich hier.

Schreibwerkstatt für Fortgeschrittene -
Der lange Atem 2 / Text-Dramaturgie

Leiter: Peter Grosz
Ort: Oppenheim (bei Mainz)
Zeitraum: 27.3. – 29.3.2009
Altersgruppe: 15 - 24
Voraussetzung: Schreiberfahrung
Bedingung: Bewerbung bis mit einer kurzen Prosa-Textprobe von max. 3 Seiten
Teilnehmerzahl: max. 15

Schreiben heißt, Figuren auf eine Reise zu schicken. Jungen Autorinnen und Autoren wird nachgesagt, dass ihre Figuren entweder auf der Stelle treten oder sich im Kreise drehen. Möglicherweise liege dies an der Unentschiedenheit des/der AutorIn oder an der fehlenden Perspektive einer Generation. Möglicherweise aber auch am unergründeten Erfahrungshorizont. Die Qualität und der Ertrag einer Reise werden aber nicht in Relation zu den zurückgelegten Kilometern gemessen. Jahre, Tage und Stunden können eine Reise sein - genauso aber auch ein Moment, wenn er als Reise wahrgenommen wird. Es kommt immer nur auf die Intensität des Erlebens der Reise und den Erkenntnisgewinn an. Diesem komplexen Verhältnis von Autor und Figur für die Dramaturgie einer Geschichte widmet sich der Workshop. Zum einen in der Analyse von vorgelegten Texten auf der Suche nach einem Motiv des Reise-Aufbruchs und zum anderen im Aufzeigen missachteten Potenzials, das zur Verhinderung der „Reise“ geführt hat, trotz „spürbarem“ Willen einer Figur. In einer anschließenden Schreibwerkstatt werden die Möglichkeiten einer Reise ausprobiert auf dem Weg zu einem Text mit längerem Atem.

Schreibwerkstatt für Fortgeschrittene 2 -
Der lange Atem 3 / Figurenzeichnung

Leiter: Peter Grosz
Ort: Oppenheim
Zeitraum: 12.6. – 14.6.2009
Altersgruppe: 15 - 24
Voraussetzung: Schreiberfahrung
Bedingung: Bewerbung mit einer kurzen Prosa-Textprobe von max. 3 Seiten
Teilnehmerzahl: max. 15

Oft wird der Leser in Texten von jungen Autoren bereits am Anfang der Geschichte mit einer statischen, von außen beschriebenen Figur konfrontiert. Eine unbewegte Figur kann keinen Leser bewegen; Handlungsarmut erzeugt Langeweile. Geschichten erzählen heißt, etwas in Gang bringen, etwas in Bewegung halten, etwas geschehen lassen. Was geschieht, kann nur an der Bewegtheit der Figur abgelesen werden – Bewegtheit durch Handlung, Sprache, Gestik, Mimik. Jedes Handeln ist zielgerichtet – bewusst oder unbewusst. Jede Zielsetzung setzt ein Motiv voraus. Solide gezeichnete Figuren lassen am differenziert „gezeigten“ Handeln das Motiv dahinter ablesen. Wie man einer Figur sinnlich-konkreten Handlungsraum schafft und sie plastischer gestaltet, wie man eine Figur in Bewegung bringt und sie „ins Leben“ holt, indem man ihr einen „langen Atem“ verleiht – damit beschäftigt sich der Workshop in kleinen Übungseinheiten: Wahrnehmungsschärfung durch „Feldforschung“ (Ich sehe was, was du nicht siehst) und Phantasieanreize zur lebendigeren Gestaltung der Figur.

Schreibwerkstatt - U20 Poetry-Workshop in Oppenheim

Leiter: Ken Yamamoto
Ort: Oppenheim
Zeitraum:
Do 21.05: Besuch der Workshopklasse beim Poetry Slam Mainz im KUZ
Fr 22.05 - SA 23. 05: Poetry-Workshop
So 24.05: Abschlusspräsentation im Rahmen der Oppenheimer Theatertage

Es ist soweit: nachdem der Poetry Slam Mainz, mit rund 350 Zuschauern monatlich, zur festen Instanz geworden ist, geben wir nun unseren ersten Poetry-Workshop für Schüler am staatlichen Gymnasium zu St. Katharinen in Oppenheim.

Von der ersten Textidee bis zur abschließenden Präsentation der eigenen Texte werden wir den Schülern dabei begleitend und beratend zur Seite stehen. Ob Poesie oder Prosa, Rap oder Kabarett, in diesem Workshop soll jeder seine eigene literarische Stimme finden.

Schreibwerkstatt - Schattensprünge

Leiterin: Regina Rusch
Ort: Stadtbibliothek Bad Neuenahr-Ahrweiler
Zeitraum: 17. und 18. Juni 2009, Präsentation am 8. Juli

Ganz schön mutig - über den eigenen Schatten zu springen! Bei welcher Gelegenheit tun wir das? Warum fällt es so schwer? Wie fühlt man sich "hinterher"? Gemeinsam suchen wir nach dem eigenen Schatten und nach dem, was andere von uns wahrnehmen. Könnte ja auch sein, dass dieser Schatten sich plötzlich verselbständigt und als Gruselgeist auftaucht...